Europa ist formal vereint. Und doch spalten zahlreiche Gräben nicht nur den Kontinent, sondern auch die einzelnen Nationen sowie sogar die einzelnen Regierungen in mehreren Bereichen.
Was bedeutet es für uns Europäer, mit der Rückkehr der Schrecken des Krieges im Herzen des Alten Kontinents, wie etwa in der Ukraine, konfrontiert zu sein? Und welche spezifische Rolle spielt Italien inmitten dieser kritischen Spannungen, welche die Grundlagen eines vereinten Europas in ihren Grundfesten erschüttern?
Stefano Vastano diskutiert darüber mit Karl Schlögel, einem der renommiertesten deutschen Historiker:innen, welchem 2025 der prestigeträchtige Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wurde. In ihrer Begründung hob die Preisjury hervor, dass „der deutsche Historiker und Essayist in seinem Werk empirische Geschichtsschreibung mit persönlichen Erfahrungen verbindet. (…) Mit seiner Erzählweise, welche Beobachten, Empfinden und Verstehen zusammenführt, korrigiert er Vorurteile und weckt Neugier.“ In ihrer Laudatio bemerkte die Schriftstellerin Katja Petrovskaja, „Ich hätte heute lieber über die Ursprünge von Karl Schlögels Prosa gesprochen, welche auf so schöne Weise verfasst wurde. Aber der Krieg frisst Raum und Zeit auf.“
Die Veranstaltung findet auf Deutsch mit italienischer Simultanübersetzung statt.
Anmeldung erforderlich. Klicken Sie HIER.
Während der Veranstaltung werden Aufnahmen für den YouTube Kanal des Italienischen Kulturinstituts gemacht. Für weitere Informationen dazu, wenden Sie sich bitte an unser Personal, gerne auch direkt auch am Abend der Veranstaltung.
Karl Schlögel wurde 1948 im bayerischen Allgäu geboren. 1969 beginnt er an der Freien Universität Berlin ein Studium der osteuropäischen Geschichte, Philosophie, Soziologie und Slawistik. Eine Systematisierung seiner Arbeit legt Karl Schlögel in dem Werk Im Raume lesen wir die Zeit (2003) vor. Für sein Buch Terror und Traum. Moskau 1937 (2008), in dem er die Gleichzeitigkeit von Utopie und Gewalt in der Stalinzeit thematisiert, wird ihm 2009 der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung zugesprochen. Im selben Jahr hält er die Laudatio auf den italienischen Friedenspreisträger Claudio Magris. Für seine Werke wurde er mit zahlreichen anderen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, dem Preis des Historischen Kollegs und zuletzt mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Stefano Vastano ist Journalist, Sachbuchautor und Übersetzer. Er lebt und arbeitet seit 1989 in Berlin. Vastano ist einer der bekanntesten Mitarbeiter der Wochenzeitung „L’Espresso“, für welche er unter anderem Karl Schlögel interviewt hat, und arbeitet für zahlreiche schweizerische und deutsche Zeitungen wie Zeitschriften. Er hat Essays von Peter Sloterdijk und Irina Scherbakowa herausgegeben und ins Italienische übersetzt sowie gemeinsam mit Anderen zwei Bände von Massimo Recalcati ins Deutsche übersetzt.
Foto: ZDF.