Anlässlich der Veranstaltung „Le muse degli infiniti canti“ veranstaltet das Italienische Kulturinstitut eine besondere literarische Gesprächsrunde zum Thema historische Romane und Literaturpreise mit der Autorin Melania Mazzucco, dem Sekretär des Lenkungsausschusses des Premio Strega, Stefano Petrocchi, und unter der Moderation von Arnaldo Colasanti.
Die Veranstaltung wird auf Italienisch mit deutscher Simultanübersetzung abgehalten.
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung HIER erforderlich.
Nach ihrem Studium der Geschichte der modernen und zeitgenössischen italienischen Literatur und ihrer Ausbildung am Centro Sperimentale di Cinematografia begann Melania Mazzucco, Drehbücher zu schreiben und als Redakteurin am Istituto della Enciclopedia Italiana zu arbeiten. 1996 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, Il bacio della medusa, eine tragische Geschichte über weibliche Liebe und den Kampf gegen gesellschaftliche Konventionen im Turin des frühen 20. Jahrhunderts, der es bis in die Endauswahl des Premio Strega schaffte. 2003 erschien der Roman Vita, der die wahre Geschichte der Auswanderung der Familie der Autorin nach Amerika auf fantastische und pikareske Weise neu erzählt. Als Gewinner des Premio Strega war Vita auch im Ausland sehr erfolgreich: In den Vereinigten Staaten wird es als „New York Times Book Review editor’s choice“ ausgezeichnet und von Publishers Weekly unter die zehn besten Romane des Jahres aufgenommen, als einziger nicht englischsprachiger Titel. 2005 veröffentlichte sie Un giorno perfetto, der vierundzwanzig Stunden im Leben einiger Figuren im heutigen Rom schildert und auf dem der Film von Ferzan Özpetek mit Isabella Ferrari und Valerio Mastandrea basiert. Die beiden folgenden Werke widmen sich dem Leben des venezianischen Malers Jacopo Tintoretto und seiner Tochter Marietta. 2012 veröffentlichte sie Limbo, die Geschichte einer Frau, einer Unteroffizierin der Alpini, die von einem dramatischen Einsatz in Afghanistan zurückkehrt. 2014 erschien ihr Band Il museo del mondo, in dem sie 52 von ihr ausgewählte Meisterwerke der Kunst und die damit verbundenen Geschichten zusammenfasst, die sie über ein Jahr hinweg in einer wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung „La Repubblica“ erzählt hatte. 2019 kehrt sie mit L’architettrice zum historischen Roman zurück, der das Leben von Plautilla Bricci (1616–1705) erzählt, einer Malerin und der ersten Architektin der modernen Geschichte.
Stefano Petrocchi arbeitet seit 1998 mit der Stiftung Maria und Goffredo Bellonci zusammen, deren Leitung er 2013 übernahm. Er betreute die Neuauflage verschiedener Werke von Maria Bellonci sowie die vom „Il Sole 24 Ore“ herausgegebene Reihe I capolavori del Premio Strega. 2014 veröffentlichte er den Roman La polveriera, der dem Preis und seinen Protagonisten gewidmet ist. Der Premio Strega wurde am 17. Februar 1947 ins Leben gerufen und erhielt dank der Förderung durch Guido Alberti den Namen des Likörs, der vom Familienunternehmen hergestellt wurde. Seitdem kommen die „Amici della domenica“, ein Wahlgremium aus vierhundert Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der italienischen Kultur, jedes Jahr zusammen, um in zwei aufeinanderfolgenden Wahlgängen den Gewinner zu bestimmen. Zu den „Amici della domenica“ gesellen sich seit einigen Jahren auch Wähler aus dem Ausland, die von 35 Italienischen Kulturinstituten ausgewählt werden.
Arnaldo Colasanti ist Literaturkritiker, Schriftsteller und Moderator von Fernseh- und Radiosendungen. Er ist Redakteur der Zeitschrift „Poesia“, war Mitherausgeber von „Nuovi Argomenti“ und lehrte an der Universität Rom Tor Vergata. Von Juni bis September 2009 moderierte er die Sendung „Unomattina Estate“ auf Raiuno gemeinsam mit Miriam Leone, Miss Italia 2008. Er ist oder war Mitglied verschiedener Verwaltungsräte und wissenschaftlicher Ausschüsse von Museen und Institutionen (Musei Reali di Torino, Museo Galileo Galilei, Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia, Cepell, Fondazione Toti Scialoja). Im Jahr 2002 gewann er den Premio Grinzane Cavour für Belletristik.
Die Initiative ist Teil eines Internationalisierungsprojekts, welches von der Abteilung für kulturelle Aktivitäten des italienischen Kulturministeriums gefördert wird.
Veranstalter und Organisatoren
Abteilung für kulturelle Aktivitäten des italienischen Kulturministeriums
Königliche Museen Turins
Italienische Botschaft Wien
Italienisches Kulturinstitut Wien
Foto: ANSA.