Das Märchen von den Schauspielerinnen, die zufällig entdeckt und zu großen Stars werden, ist so alt wie das Kino selbst. Im Fall von Claudia Cardinale ist es wahr: 1938 in Tunis als Tochter sizilianischer Auswanderer geboren, gelangt sie über Umwege zum Film. Eigentlich will sie mit Anfang 20, als sie von der italienischen Filmszene erstmals umworben wird, nichts anderes als ein ruhiges Leben außerhalb des Scheinwerferlichts führen. Dass es anders kommt, hat mit einer ungeplanten Schwangerschaft, der Unabhängigkeit ihres Geburtslands und einem verliebten Produzenten zu tun, der ihr einen Neuanfang ermöglicht.
Diese Erfahrungen prägen auch ihre ersten Rollen: Wo andere Schauspielerinnen Objekte männlicher Begierde darstellen, bringt sie eine innere Stärke und Eigenwilligkeit auf die Leinwand, die ihre Figuren selbst dann noch ausmachen, wenn sie gesellschaftlichen Zwängen unterworfen sind. Selten sind ihre Figuren eindeutig, sondern bewegen sich zwischen Anpassung und Aufbegehren, gesellschaftlicher Rolle und Freiheitsdrang. Das macht sie bis heute ungebrochen modern.
Anlässlich des ersten Todestages von Claudia Cardinale widmet ihr das Metro Kino in Wien vom 10. September bis zum 6. Oktober eine Retrospektive.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Metro Kinos.
Foto: Webseite Metro Kino