Nach den Monologen über Italo Svevo und Umberto Saba, welche 2024 und 2025 im Institut gezeigt wurden, ist der dritte und letzte Teil der Triestiner Trilogie von Mauro Covacich James Joyce gewidmet, der in Triest Dubliner fertigstellte, Jugendbildnis des Dichters schrieb und seinen berühmtesten Roman, Ulysses, konzipierte und begann.
„Obwohl er Ire war – oder vielleicht gerade deshalb“, erklärt Mauro Covacich, „fand Joyce in seinen langen Jahren in Triest jene sprachliche Isolation, die es ihm ermöglichte, in die tiefsten Schichten der englischen Sprache vorzudringen, fast als wäre sie eine tote Sprache, und so eine Ebene der Wahrheit und Reinheit zu erreichen, die ihm der alltägliche Sprachgebrauch – sowohl in der Kommunikation als auch in der Literatur – kaum ermöglicht hätte.“
Ausgehend von einem biografischen Ansatz beleuchtet Covacich die menschlichen und künstlerischen Züge dessen, den man als den ersten „Performer-Schriftsteller“ bezeichnen könnte: einen Mann, der fünfzehn Augenoperationen über sich ergehen lassen musste und eine neue Form der Sichtbarkeit ins Leben rief; einen Mann, der als zu intellektuell galt und dennoch nie aufgehört hat, über den Körper zu sprechen; einen Autor, dem Elitismus vorgeworfen wurde und der sich selbst stets als Arbeiter des Schreibens sah, das Genie, das besser als jeder andere gezeigt hat, dass Menschen eine Erfindung der Sprache sind.
Der Monolog – ein von einem Schriftsteller verfasstes Porträt eines Schriftstellers – ist Teil einer Trilogie, welche Mauro Covacich den literarischen Schutzgöttern seiner Stadt gewidmet hat, Umberto Saba, James Joyce und Italo Svevo.
Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit Libellula. Italienische Kultur in Wien organisiert. Unser spezieller Dank geht an das Teatro Rossetti in Triest.
Auf Italienisch mit deutschen Übertiteln. Dauer: ungefähr 70 Minuten ohne Pause.
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich über diesen link.
Mauro Covacich (Triest, 1965) verfasste die Erzählungen La sposa (2014, Finalist des Premio Strega), das Buch Triest verkehrt (2006) sowie zahlreiche Romane, darunter La città interiore (Finalist Premio Campiello) und Lina e il sasso (nominiert für den Premio Strega). 1999 wurde er von der Universität Wien mit dem Abraham Woursell Prize ausgezeichnet, ein dreijähriges Stipendium, das es ihm ermöglicht hat, als „Writer in Residence“ an zahlreichen europäischen und US-amerikanischen Universitäten zu arbeiten.
Mit freundlicher Unterstützung des Italienischen Kulturministeriums Ministero della Cultura, Direzione generale Spettacolo
Foto: Filippo Manzini