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Geschichte des Italienischen Kulturinstituts Wien

 

Geschichte des Italienischen Kulturinstituts Wien

Der heutige Sitz des Italienischen Kulturinstituts wurde 1821-22 von Karl Ehmann im Auftrag des damaligen AKH-Direktors Johann Christian Schiffner erbaut. Einige Quellen schreiben den Entwurf dem J. L. David-Schüler Charles de Moreau zu, der übrigens für die Pläne von Schloss Esterhazy in Eisenstadt verantwortlich zeichnete. Laut einer weiteren baugeschichtlichen Theorie soll Ehmann einen von De Moreau zuvor errichteten Mitteltrakt um zwei Seitentrakte erweitert haben.

Nach dem Tod Schiffners 1857 wurde das Gebäude an die böhmische Familie Sternberg verkauft, deren Wappen - ein achtspitziger Stern mit Krone - im Tympanon der Hauptfassade des Palais heute noch zu erkennen ist. Die neoklassizistisch gestaltete, ursprünglich mit Stuckarbeiten von Joseph Klieber verzierte Fassade, öffnet sich auf einen kleinen Ehrenhof an der Ungargasse.

Um 1900 wurde das Innere des Palais von Ludwig Richter für Philipp von Sternberg in neobarockem Stil umgestaltet. Ebenso zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Rückseite des Gebäudes ein erstes Mal restauriert. Im Gebäude befinden sich einige bemerkenswerte Bauelemente aus dieser Phase, wie die Freitreppe mit schmiedeeisernem Geländer und einem großen, vermutlich noch aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert stammenden Spiegel im Treppenhaus, der „Dante-Saal“ mit seinen eleganten Stuck-Verzierungen, der „Blaue Saal“ mit Teilen des ursprünglichen Parkettbodens und der „Braune Saal“, so genannt aufgrund seiner Deckenverzierung mit Holzschnitzarbeiten.

1923 erwarb die Internationale Holding Company AG aus Basel das Gebäude, das wiederum 1940 enteignet wurde, und durch Abschluss eines zwischenstaatlichen Vertrags in den Besitz des italienischen Staates gelangte. Seit 1948 ist das Palais Sitz des Italienischen Kulturinstituts Wien.

Zusätzlich zu den durch das Kriegsgeschehen notwendigen Restaurierungsarbeiten, wurde im Jahr 1967 ein Zubau errichtet, in dem ebenerdig Räume für Unterricht und Fortbildung sowie im ersten Stock ein Auditorium mit ca. 150 Sitzen untergebracht sind.

Trotz Restaurierungen und Umbauten stellt das Palais auch heute noch ein seltenes Beispiel eines fast komplett erhaltenen Wiener Vorstadtpalais der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar, dessen Garten teilweise noch besteht.

Eine seit 2017 angelegte Sammlung von Designer-Möbelstücken und -Accessoires wird laufend erweitert, und stellt im Dialog mit der historischen Bausubstanz des Palais ein beredtes Zeugnis für die Kreativität und Vielfalt des italienischen Designs von 1953 bis heute dar.


Chronologische Reihenfolge der DirektorInnen des Italienischen Kulturinstituts Wien:

- Angelo FILIPUZZI 1948 - 31.12.1969
- Renato TONELLI 01.01.1970 – 23.05.1976
- Bruno LONDERO 24.05.1976 – 31.12.1983
- Lorenzo GABETTI 01.01.1984 – 27.06.1991
- Sante CAVINA (Reggente) 28.06.1991 – 30.07.1992
- Ester CAIANI (Reggente) 31.07.1992 – 03.01.1993
- Umberto RINALDI 04.01.1993 – 26.04.1998
- Flavio ANDREIS 27.04.1998 – 14.12.2000
- Pina ZACCARIN (Reggente) 15.12.2000 – 29.09.2002
- Francesco ACANFORA 30.09.2002 – 22.09.2005
- Carla BABINI (Reggente) 23.09.2005 – 13.10.2005
- Giorgio G. CAMPANARO 14.10.2005 – 31.12.2007
- Carla BABINI (Reggente) 01.01.2008 – 27.03.2008
- Arnaldo Dante MARIANACCI 28.03.2008 – 25.02.2011
- Fabrizio IURLANO (Reggente) 26.02.2011 - 20.01 2013
- Clara BENCIVENGA TRILLMICH 21.01.2013 – 31.01.2017
- Fabrizio IURLANO 01.02.2017 - 04.09.2022
- Nicola Locatelli 05.09.2022-


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